Jahre später, gleiche Zeit

© Theater an der Angel

Theater an der Angel, Magdeburg

Ein bebildertes Novemberhörstück in 6 Akten nach dem gleichnamigen Stück von Bernard Slade, eingerichtet von Rosmarie Vogtenhuber

Regie: Rosmarie Vogtenhuber
Spieler: Ines Lacroix und Matthias Engel
Film: Anselm Schwindack
Sprecher: Peter Wittig

Die Inszenierung ist der Versuch der Erfindung eines ungewöhnlichen Theaterformats. Dieses Format verbindet zum einen die Worte des Dramatikers Bernhard Slade mit den teils poetischen, teils dokumentarischen Zeitkommentaren der Regisseurin Rosmarie Vogtenhuber und andererseits die sprecherische und schauspielerische Gestaltung der beiden Akteure Ines Lacroix und Matthias Engel mit denen durch Leben in der DDR inspirierten Filmsequenzen von Anselm Schwindack. Und alle diese Elemente treffen sich in einem Bühnenbild, das alle Mittel gleichsam featurehaft miteinander verbindet und zu einer neuen, bestechenden Einheit werden lässt.

Zu erleben ist eine deutsche Beschreibung des Zeitabschnitts 1953-2019 aus östlicher Sichtachse. Im Mittelpunkt steht eine gesellschaftlich nicht konforme Liebesbeziehung, die dennoch die Zeitenwende überdauert. Zwei Menschen, die nicht Geschichte „geschrieben“ haben, sondern ihr ganz „normales“ Leben an jeweils nur einem Wochenende im Jahr miteinander verbrachten. Das allerdings über 45 Jahre. In diesen 45 Jahren ist vieles geschehen in diesem Land, und mitten in dem Getriebe treffen sich, davon nur scheinbar unberührt, zwei Menschen, immer zur selben Zeit, immer am selben Ort, um ihre Liebe zu leben.

Das Theater an der Angel positioniert sich insofern, als es an all die Menschen erinnert, die versucht haben, mit sich und den Unebenheiten der Zeit auf ihre Weise durchs Leben zu kommen. Nicht alle haben gekämpft, nicht alle haben unermüdlich demonstriert und waren doch Meister im Überleben. Wir können aus der Vergangenheit lernen, die Gegenwart erleben und versuchen, die Zukunft mit Hoffnung friedlich und menschlich in allen Höhen und Tiefen zu gestalten. Das gilt für unsere privaten Schlafzimmer wie auch für die globalen Wohnzimmer. Ein unernster Blick auf ein ernstes Kapitel deutscher Geschichte.

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