Hamburger Kammerspiele

Podiumsdiskussion

„Klassiker, das sind die Bücher, die man wieder und wieder lesen will”, schrieb der große Schriftsteller Italo Calvino, „denn je mehr man sie zu kennen glaubt, um so neuer, unerwarteter und unbekannter werden sie, wenn man sie zum ersten Mal richtig liest.” Gilt das auch für die Klassiker der Theaterliteratur? Mit dieser Frage scheinen sich erst einmal die Stadt- und Staatstheater zu beschäftigen. Da wird der Kanon der großen Titel zwischen “Romeo und Julia” und “Die Dreigroschenoper” jedes Jahr „neu erfunden”. Wir sind erstaunt, wie viele Bewerbungen aber auch im Rahmen der PRIVATTHEATERTAGE für die Sparte (moderner) Klassiker jedes Jahr wieder eingehen. Und nach dem Eindruck
der Reisenden Jury geht es da nicht um einen Gegenentwurf zu den Staatstheatern, also z. B. Werktreue, sondern genauso – mit geringeren Produktionsmitteln – um die Fragen: Wie interpretiere ich einen Klassiker heute, wie mache ich ihn für ein aktuelles Publikum modern, damit er mit uns zu tun hat? Und wo sind wiederum die Grenzen, also ab wann „verrate” ich den Klassiker auf Kosten einer heutigen Sichtweise?

Moderation: Jan Ehlert